American Humane Association (AHA)

Die American Humane Association wurde bereits 1877 gegründet. Seit 1940 kümmert sich die amerikanische Tierschutzorganisation um den Schutz von Filmtiere.

Die American Humane Association (AHA) ist die älteste und erste Tierschutzorganisation der USA. Gegründet wurde die AHA am 9. Oktober 1877 als The international Humane Association. Die Namensänderung in American Humane Association erfolgte bereits ein Jahr nach der Gründung, 1878. Gegründet wurde die AHA eigentlich um Schlachtvieh auf den Transporten quer durch die USA zu schützen. Heute sind Vertreter der Vereinigung bei Dreharbeiten mit Tieren mit dabei. Sie sollen sicher stellen, dass kein Tier überfordert oder anderweitig schlecht behandelt wird. Als einziges Kontrollorgan für die humane Behandlung von Tieren auf den Sets von Hollywood-Filmen und anderen Broadcast-Produktionen arbeitet die AHA bereits seit 1940. Und so erscheint in Filmen und auch bei Fernsehsendungen am Ende, wenn die AHA involviert gewesen ist, die markenrechtlich geschützte Zertifizierung der Association: No Animals Were Harmed (Es kam kein Tier zu Schaden, seit 1972, erstmals in The Doberman-Gang zu sehen).

Gegründet wurde die Association von John Shortall und James Brown. Es ist eine Non-Profit Organisation, die sich für den Tierschutz, Tierrechte aber inzwischen auch für die Kinderfürsorge einsetzt. Und so ist die Mission der AHA auch klar umrissen: Wohlergehen und Wohlbefinden von Kindern und Tieren sicherzustellen.

Die Organisation hat ihren Sitz in Washington D.C. und in Los Angeles. Zu ihren bevorzugten Mitteln gehören zum einen Training und Ausbildung sowie die Katastrophenhilfe.

Im Jahr 2000 bildete die AHA zu dem noch ein Tierschutz-Label-System für Lebensmittelprodukte.

Geschichte der American Humane Association

Die AHA wurde 1877 bei einem Treffen in Cleveland, Ohio, gegründet, und zwar als Zusammenschluss von 27 Organisationen aus der ganzen USA. Eingeladen hatte die Illionois Humane Society. Man reagierte mit der Gründung auf Misshandlungen, die beim Transport von landwirtschaftlichen Nutztieren zwischen den östlichen und westlichen USA vorkamen.

1916 wird die Red Star Animal Emergency gegründet (siehe weiter unten, eigener Abschnitt).

Seit 1940 hat die American Humane Association ihre Arbeit zum Schutz von tierischen Schauspielern bei Filmdrehs in den USA aufgenommen. Seit 1972 gibt es auch das Label No Animals Were Harmed im Abspann von Filmen.

1954 kam es zu Machtkämpfen innerhalb der Humane Association, am Ende gab es eine weitere Gruppierung, die Nationale Humane Society, später The Humane Society of the United States.

1997 verschrieb sich AHA mit dem The Front Porch Projekt auch dem Kinderschutz.

Das Budget von AHA betrug im Jahr 2013 13 Millionen Dollar.

Red Star Animal Emergency

Zum AHA-Programm gehört auch der Red Star Animal Emergency Services (Roter Stern Tier Notdienst), gegründet 1916. Hier ging es darum, dem US-Kriegsministerium zu helfen verletzte Pferde auf den Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges zu retten. Aus diesem Programm, Pferde von den Kriegsschauplätzen zu retten, entwickelte sich eine Katastrophenhilfe, Notdienste für Tiere bei nationalen und internationalen Katastrophen.

Und so wurden beim Joplin Tornado (2011), nach dem Hurrikan Katrina, nach dem Erdbeben in Haiti aber auch nach dem Tsunami oder den Anschlägen vom 11. September tausende von Tiere gerettet. Für den Notfall besitzt die Red Star Rescue Relief heute eine ganze Flotte von Notfall-Fahrzeugen für Tiere und auch Rettungsgeräte speziell für die Tiersuche und Tierrettung.

Aber nicht nur nach Katastrophen wird die Red Star Rescue Relief aktiv. Man kümmert sich auch um Tiere aus Hundekämpfen und um verwahrloste Tiere aus gefährlichen Tierheimen.

Tierschutz beim Filmdreh

Ihre Arbeit beim Film begann die American humane Association im Jahr 1940. Ein Vorfall beim Set des Films Jesse James (Jesse James - Mann ohne Gesetz) war dem vorangegangen. In einer Szene für den Jesse James Film wurde ein Pferd gezwungen, an den Rand einer Kippe zu gehen. Es kam zur Katastrophe, das Pferd stürzte ab, 70 Meter in den Abgrund und brach sich dabei die Wirbelsäule. Das Pferd musste eingeschläfert werden. Im Folgenden kam es zu Protesten gegen die Veröffentlichung des Films.

In der Folge kam es zum Screen Actors Guild und von da an überwachte die AHA Tiernutzung auf den Sets. Allerdings auch nicht flächendeckend. Nicht zuständig ist die AHA bei ausländischen Produktionen und ebenso bei nicht gewerkschaftlichen Produktionen.

Vorwürfe beim Dreh Heaven’s Gate

Eitel Sonnenschein war aber noch lange nicht alles. Und so kam es 1980 zum Film Heaven’s Gate. Dieser Spätwestern war der bis dahin teuerste Film überhaupt, wurde aber dermaßen zerrissen, dass er kommerziell zu einem der größten Flops in der Kinogeschichte wurde. Für Schlagzeilen sorgten aber auch die Vorwürfe bezüglich Tierquälerei bei den Dreharbeiten zu Heaven’s Gate (Heaven's Gate - Das Tor zum Himmel). So soll ein Hahnenkampf nicht gestellt gewesen sein, sondern wirklich stattgefunden haben. Dazu kam, dass bei der Produktion des Films auch drei Pferde zu Tode kamen. Dabei wurde eins der Pferde bei einer Explosion zerfetzt. In der Folge wurden von US-Studios produzierte Filme mit Tieren noch intensiver als zuvor von der American Humane Association beaufsichtigt. Seit dem sind Filmemacher gezwungen bei einem Film mit Tierbeteiligung die AHA vorab zu kontaktieren.

Neben der Kontrolle während des Drehs hat die American Humane Association noch die Aufgabe Stellung zu nehmen, wenn es in der Öffentlichkeit zu Bedenken bezüglich der Dreharbeiten bei einem Film kommt oder ein Tierunfall am Set passiert. Zudem achtet die AHA darauf, dass auch wenn Budget und Zeitdruck unter Druck geraten, die Sicherheit und die Pflege der Tiere weiterhin gewährleistet bleibt.

Leitlinien der AHA zum Schutz von Filmtieren

Inzwischen hat die AHA recht genaue Leitlinien, die für große Tiere bzw. Säugetiere wie Hunde, Katzen, Elefanten etc. ebenso gelten wie für Fische, Insekten, Reptilien und andere lebende Wesen. Die Leitlinien gelten für Filmproduktionen ebenso wie für das Fernsehen, Musikvideos, Werbespots und inzwischen auch Internet-Produktionen.

No Animals Were Harmed

Erstmals war der Kredit No Animals Were Harmed am Ende des Films The Dobermann Gang von 1972 zu sehen. Bei The Dobermann Gang (Die Dobermann Bande) sollten Dobermänner dazu abgerichtet werden, eine Bank zu überfallen. .

Kontroverse

In den 1980er Jahren kamen Vorwürfe auf, die Vereinigung würde Tierquälerei am Set von Projekt X dulden. Es gab wohl einen Elektroschocker als auch eine Pistole am Set und Gerüchte, dass der Schimpanse geschlagen worden war. Die Vereinigung reagierte mit einer 10 Millionen Dollar Klage wegen Verleumdung, Verletzung der Privatsphäre. 2001 berichtete die Los Angeles Times, dass die AHA durchaus auch wegschauen würde, so wurde eine Liste von zahlreichen Fällen von Tierquälerei veröffentlicht, die von der AHA übersehen worden seien. Und 2013 stießen The Hollywood Reporter in ein ähnliches Horn und berichteten von einer Zahl von Dunkelziffer-Fällen von Tierquälerei in Fernsehen und auf Filmsets. Aufgeführt wurden der Film The Hobbit: An Unexpected Journey (Der Hobbit: Eine unerwartete Reise), hier sollen 27 Tiere bei den Dreharbeiten gestorben sein und dennoch sei im Abstand zu lesen gewesen, kein Film sei geschädigt worden (No animals were harmed). Es wurde berichtet, dass sich im November 2012 gleich mehrere Tierpfleger gemeldet hätten, die während der Aufnahmen in Neuseeland angestellt gewesen sein. Sie berichteten von mindestens 27 verstorbenen Tieren während der Produktion. Dies hätte, so die Pfleger durch verbesserte Vorsichts- und Schutzmaßnahmen verhindert werden können. Allerdings wurden diese Anschuldigungen von Regisseur Peter Jackson bestritten.

Und während der Dreharbeiten zu dem Film Life of Pi (Schiffbruch mit Tiger), sei der Tiger King beinahe im Pool ertrunken, aber auch zu diesem Unfall sei niemals Stellung bezogen worden.

In wieweit an diesen Anschuldigungen etwas dran ist, lässt sich für Aussenstehende kaum nach vollziehen.

The American Humane Association Hero Dog Award

Jedes Jahr zeichnet die American Humane Assoction eine Reihe von Hunden als Helden aus, und zwar mit dem Hero Dog Award. Er wird an Hunde vergeben, die als Helden in der menschlichen Gesellschaft gewirkt haben. Es gibt verschiedene Kategorien, in denen Hunde nominiert werden können, einschließlich einer Kategorie Militärhunde. Der Hauptpreis sind 10.000 Dollar, die werden in der Kategorie American Hero Dog vergeben. Zu den Preisträgern gehörte zum Beispiel Roselle, ein Hund, der seinen Besitzer aus dem 78. Stockwerk des World Trade Centers während des 11. Septembers nach unten führte. Den Preis bekam Roselle allerdings posthum verliehen. Die Preisverleihung war 2011, der Hund war wenige Monate zuvor gestorben.

Die American Humane Association schlägt auf ihrer Webseite eine Reihe von Kandidaten vor, die Besucher der Webseite haben dann die Möglichkeit ihren Favoriten für die Auszeichnung auszuwählen. Die Abstimmung findet im Sommer statt.

Webseite der American Humane Association.

Nicht zu verwechseln ist die American Humane Association mit der American Humanist Association. Diese ist eine US-amerikanische Vereinigung zur Förderung des Humanismus mit Sitz in Washington D.C.
Derzeit ist Robin Ganzert Präsidentin und CEO von AHA (seit 2010)

Publikationen der Association

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