Rescue by Rover - Erster Film mit Hund

Der erste Film mit einem Hund war Rescue bei Rover aus dem Jahr 1905. Die tierische Hauptdarstellerin ist Blair, ein Collie Hund.

Trailer Rescue by Rover


Rescued by Rover war nicht nur der erste Film mit einem Hund in einer der Hauptrollen (Collie-Dame Blair spielte Rover), sondern der Film war auch der erste Höhepunkt der britischen Filmgeschichte. Der Film stellte auch noch einige Rekorde auf.

Geschichte Rescued by Rover

Zunächst sind der Hund und das Baby in einer Großaufnahme zu sehen. Dann startet die eigentliche Geschichte.

In Rescued by Rover geht das Kindermädchen mit dem Baby im Kinderwagen aus. Eine Bettlerin nähert sich dem Kindermädchen, wird aber abgewiesen. Etwas später auf dem Weg trifft das Mädchen ihren Schatz, einen Soldaten und ist abgelenkt. Das nutzt die Bettlerin, um das Baby aus dem Kinderwagen zu entführen.

Das Geschrei ist groß, alle sind traurig, wo ist das Kind. Nun kommt die große Stunde von Rover. Dieser nimmt die Spur auf, quer durch den Fluss, rein in die Arbeitersiedlung. Dort findet Rover tatsächlich das Haus, in dem das Baby versteckt gehalten wird. Allerdings schafft es Rover nicht, das Baby von dort mitzunehmen. Also wieder nach Hause, wieder quer über den Fluss und Hilfe geholt. Der Vater ist gram gebeugt, aber Rover gibt so lange nicht auf, bis er ihm endlich folgt. Während Rover wieder durch den Fluss schwimmt, nimmt der Vater dann das Boot. Irgendwann kommen die beiden wieder in der Siedlung an, Rover führt den Mann zur Entführerin. Und dieser nimmt das Baby dann mit. Nach einem weiteren kräftigen Schluck aus der Pulle freut sich die Entführerin darüber, zumindest die feinen Babysachen noch zu haben. Und Rover, das Baby, der Vater und die Mutter freuen sich, wieder zusammen zu sein.
Rescue by Rover - Ende gut, alles gut.
Rescue by Rover - Ende gut, alles gut.

Filmische Umsetzung Rescued by Rover

Im Film wurden die einzelnen Szenen so geschickt zusammengefügt, dass sie die doch wirklich aktionsreiche Handlung betonen. So schwimmt Rover (Blair) drei Mal durch den Fluss und auch das Trockenschütteln nach dem Bad ist bestens in Szene festgehalten.

Im Film gibt es mehr als 21 Einstellungen. Die Handlung wird ohne zusätzliche Hilfsmittel wie Zwischentitel vermittelt. Und ohne Probleme kann man der Geschichte auch Folgen. Es gibt Außen- wie auch kunstvoll beleuchtete Innenaufnahme. Damit trug Rescued by Rover nicht nur zur Entwicklung des Erzählkinos bei, sondern beeinflusste auch Filmemacher wie D.W. Griffith.

Richtige Schauspieler in Rescued by Rover

Ein Großteil der Rollen in Rescued by Rover war von Familie besetzt. Das Baby wurde von der acht Monate alten Tochter von Cecil Hepworth gespielt. Er selbst und seine Frau spielten gleich die Eltern des entführten Mädchens, der eigene Hund Blair den Helden der Story, Rover. Auch das Kindermädchen war keine gelernte Schauspielerin, obwohl sie bereits bei Alice im Wunderland vor der Kamera gestanden hatte. Eigentlich war May Clark Cutterin. Aber es gab zwei gelernte Schauspieler im Film, und zwar Mr. und Mrs. Sebastian Smith. Sie stellte die Bettlerin da und er war der Soldat, der das Kindermädchen ablenkte. Die beiden erhielten auch eine richtige Gage, und zwar jeweils eine halbe Guinee. Dem Filmhistoriker Kemp R. Niver zufolge soll das Engagement von Mr. und Mrs. Smith der erste Einsatz bezahlter Filmschauspieler in der britischen Filmgeschichte gewesen sein.

Produktionskosten und Erfolg

Die Produktionskosten von Rescued by Rover betrugen etwas mehr als sieben Pfund, was auch zur damaligen Zeit nicht so viel Geld war. Insgesamt kostete Rescued by Rover 7 Pfund 13 Schilling und 9 Penny (13 Pfund 13s 9d), damit war der Film laut dem Guinness-Buch der Rekorde der billigste Film, der je produziert wurde. Damit dürfte der erste Hundefilm in der Geschichte auch einer der rentabelsten Produktionen gewesen sein. Die Nachfrage der Kinos nach Rescued by Rover war so groß, dass der Film zwei Mal nachgedreht werden musste, da die ersten beiden Originalnegative wegen der großen Nachfrage durch das Ziehen von Kopien verschlissen gewesen sein sollen. Insgesamt 395 Kopien wurden von dem Film verkauft, sogar international wurde er vertrieben.

Die Produktionskosten für den Film hatten etwas über sieben Pfund gekostet. Damals gab es im Vereinigten Königreich noch keinen systematischen Filmverleih und so wurden Kopien von Filmen direkt an die Filmvorführer verkauft. Bezahlt wurde pro Fuß. Der Film hatte eine Länge von 425 Fuß und pro Fuß gab es 6d. Damit erhielt Hepworth pro Kopie 10 Pfund 12s 6d. Verkauft wurde der Film auch ins Ausland.

Weitere Auswirkungen von Rescued by Rover

Rescued by Rover blieb vier oder fünf Jahre im Umlauf. Einer seiner Folgen war auch, dass tierische Leinwandhelden - allen voran natürlich Filmhunde - in Mode kamen. Es entstand sogar ein Remake, und zwar im April 1906. Da veröffentlichte der in Philadelphia ansässige Filmproduzent Siegmund Lubin Rescued by Carlo. 1908 gab es gleich eine ganze Filmtriologie von James Williamson mit einem Hund im Mittelpunkt. Erhalten geblieben ist hier allerdings nur der Kurzfilm £100 Reward. Und 1910 begann die große Zeit von Jean, the Vitagraph Dog, etwas später die von Shep. Aber nicht nur Hunde kamen vor die Kamera. Dem Filmhund folgte bald das Filmpferd. So wurde 1906 eine erste Black Beauty Verfilmung mit einem Pferd als Hauptdarsteller gedreht. Später wurde auch mit Tauben (Dumb Comrades, 1910) und einem Elefanten (Snatched from a terrible Death, 1908) gedreht.